Die in den USA ansässige Börsenplattform Coinbase hat bekannt gegeben, dass sie sich trotz der wachsenden Dynamik bei anderen Unternehmen geweigert hat, einer hochriskanten Bitcoin-Treasury-Strategie im Stil von Michael Saylor zu folgen.
In den letzten zwölf Jahren erwog das Unternehmen, den Großteil seiner Bilanz in Bitcoin zu investieren. Die Führung entschied sich jedoch letztendlich für einen risikobewussteren Weg. Coinbase-CEO Brian Armstrong erklärte, das Unternehmen habe ein aggressives Investitionsmodell vermieden, da man befürchtete, die Liquiditätsstabilität in den Startjahren zu gefährden.
Laut Bloomberg sagte er in einer Videodiskussion auf der sozialen Plattform X, dass ein solcher Schritt die Geschäftsfähigkeit des Unternehmens erheblich beeinträchtigen könnte.
Vorsichtige Akkumulation trotz langfristiger Exposition
Obwohl das Unternehmen einen All-in-Bitcoin-Ansatz vermieden hat, hat Coinbase seine digitalen Asset-Bestände weiter ausgebaut. Laut dem jüngsten Aktionärsbrief kaufte das Unternehmen im ersten Quartal 2025 Kryptowährungen im Wert von 153 Millionen US-Dollar. Der Großteil dieses Betrags entfiel auf Bitcoin. Der Bericht bestätigt, dass Coinbase derzeit Kryptowährungen im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar zu Investitionszwecken hält, wobei Bitcoin den größten Anteil ausmacht.
Finanzvorstand Alesia Haas, die sich Armstrong im X-Gespräch anschloss, betonte, dass das Unternehmen Marktneutralität anstrebe. Sie betonte, dass Coinbase nicht beabsichtige, mit seinem eigenen Kundenstamm zu konkurrieren, von denen viele in dieselben Krypto-Assets investieren.
Trotz dieser vorsichtigen Positionierung bestätigte Haas, dass Coinbase plant, seine Kryptowährungsbestände auch in Zukunft weiter auszubauen.
MicroStrategy stockt seine Bitcoin-Bestände erneut auf
Andere Unternehmen haben inzwischen aggressivere Schritte unternommen. Strategy selbst, unter dem Vorsitz von Michael Saylor, hat seine Bitcoin-Bestände Anfang Mai erneut aufgestockt. Am 5. Mai erwarb das Unternehmen 1.895 BTC für 180,3 Millionen Dollar.
Mit diesem Kauf erhöht sich der Gesamtbestand des Unternehmens auf 555.450 BTC. Obwohl Saylor nicht mehr als CEO fungiert, ist er weiterhin aktiv an der Gestaltung der strategischen Ausrichtung und der öffentlichen Kommunikation des Unternehmens beteiligt.
Die anhaltende Akkumulation des Unternehmens erfolgt vor dem Hintergrund eines breiteren Interesses am Bitcoin-Treasury-Modell für Unternehmen. Mehrere neue Akteure drängen mit ähnlichen Strategien in den Markt.
Neue Marktteilnehmer übernehmen das Bitcoin-Treasury-Modell
So ist beispielsweise in den letzten Wochen ein Tochterunternehmen von Cantor Fitzgerald LP in den Bereich der Bitcoin-Strategie eingestiegen. Es kündigte eine Partnerschaft mit Tether Holdings SA und SoftBank Group an, um ein neues Unternehmen namens Twenty One Capital Inc. zu gründen. Das neue Unternehmen beabsichtigt, seinen Ansatz an Strategys Bitcoin-Investitionsrahmen zu orientieren.
Unabhängig davon unternimmt eine von Vivek Ramaswamy mitgegründete Tochtergesellschaft von Strive Enterprises Inc. ebenfalls Schritte, um in den Markt einzusteigen.
